LOGIN FÜR KUNDEN HELPDESK LANGUAGE: DE / EN PRESSESPIEGEL KARRIERE STANDORTE

Aufgabenprivatisierung und Optimierung bei Bauhöfen

veröffentlicht am
DI Dr.  Hannes Oberschmid von DI Dr. Oberschmid Hannes
ZUR ÜBERSICHT

Aufgabenprivatisierungen und Optimierungen bei Bauhöfen


Stadtwerke und Bauhöfe sind ein wichtiger Teil der Verwaltung vieler Städte und Gemeinden. Zu ihren Aufgaben gehören vor allem die Grünflächenpflege, der Winterdienst, die Straßenunterhaltung und Hausmeisterdienstleistungen.
Im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage sind viele Städte und Gemeinden gezwungen, auch Bauhofleistungen einer qualitativen, mengenmäßigen und wirtschaftlichen Kontrolle zu unterziehen.


In vielen Gemeinden sind die Aufgaben der Bauhöfe bereits reduziert oder teilweise privatisiert worden. Die Erfahrungen fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Umso wichtiger sind differenzierte Analysen, auf deren Basis nachprüfbare Ziele formuliert werden, die kurz- und mittelfristig umsetzbar sind.
Neben objektiven Kriterien sind im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit auch subjektive Faktoren (Zufriedenheit der Bürger, Gesamteindruck) einzubeziehen.
Zur Kostenoptimierung sollte die Vergabe ausgewählter Leistungen in Betracht gezogen werden. Dabei ist zu beachten, dass die Kommune stets Aufgaben- und Planungsträgerin bleibt, lediglich die Ausführung der Arbeiten wird unterschiedlich gestaltet.

Es sind verschiedene Optionen zur Kostenoptimierung durch Vergabe denkbar:


Option 1: vorübergehende Vergabe von Teilaufgaben
Option 2:längerfristige Vergabe von Teilaufgaben
Option 3: Verbundlösung
Option 4: komplette Vergabe


Problempunkte einer Ausgliederung stellen für viele Kommunen derzeit eine unklare Leistungsabgrenzung gegenüber Externen sowie eine i.d.R. geringe öffentliche Akzeptanz von Privatisierungsvorhaben dar. Stand noch in den vergangenen Jahren vorrangig die Straßenreinigung im Fokus kommunaler Privatisierungsbemühungen, so ist bei der Planung künftiger Ausgliederungen eine Verlagerung auf die Aufgabenfelder Grünpflege und Winterdienst zu beobachten.
Neben der Analyse von Aufgaben und Abläufen muss die Personal- und Maschinenausstattung umfassend untersucht werden. Mangelt es an qualifiziertem und motiviertem Personal sowie einer Personaleinsatzplanung, sind Unwirtschaftlichkeiten vorprogrammiert. Fehlt es zudem an ausreichend dimensionierten Maschinen oder können Maschinen nicht ausreichend ausgelastet werden, führt dies zu ungerechtfertigt hohen Kosten.


Die benannten Faktoren sollten mit Hilfe von Kennzahlen gemessen und analysiert werden. Durch interne Kennzahlen ist es Kommunen u.a. möglich, die Einhaltung von Vorgaben zu überprüfen. Kennzahlen im externen Bereich können einen Beitrag zur Ermittlung von Optimierungsmöglichkeiten leisten.

Im Ergebnis soll ein höheres Maß an Transparenz hinsichtlich der Kosten, der Leistungen und des Personaleinsatzes bewirkt werden.

Zur bestmöglichen Ausschöpfung der bestehenden Wirtschaftlichkeitspotenziale ist es daher notwendig, bei Überlegungen zu künftigen Optimierungen im Bauhofbereich folgende Punkte zu beachten

  • Abgestimmtes und standardisiertes Vorgehen zur Analyse der Ist-Situation (Benchmarking als Basis für grundsätzliche make-or-buy-Überlegungen)
  • Bewertung der Potenziale unter Einbeziehung der besonderen örtlichen Rahmenbedingungen und Akteure
  • Untersuchung der möglichen Organisationsformen vom (optimierten) Regiebetrieb bis zur Kooperation mit Dritten
  • Fachliche Begleitung und Unterstützung bei der Umsetzung durch Know-how-Transfer (z.B. hinsichtlich Definition Leistungstiefe und Schnittstellenmanagement)