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Der Trend "Permanent Beta"

veröffentlicht am 22. März 2018
DI (FH)  Julia Ulbrich von DI (FH) Ulbrich Julia
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Produkte im Permanent Beta

Produkte sind nie ausgereift! Wir sind damit konfrontiert, dass immer kürzere Entwicklungs- und Produktlebenszyklen zu einer ständigen Produktentwicklung führen. Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen wir laufend neue Versionen, andere Generationen, weitere Upgrades und vielseitige andere Verbesserungsmaßnahmen durchführen. Der Faktor Zeit spielt hier eine immense Rolle. Da das Kundenfeedback aufgrund der heutigen digitalen Kommunikation sehr rasch vorhanden ist, sind wir gefordert, Verbesserungen ebenso schnell in die Produkte zu integrieren. Wer das nicht zeitnah macht, verliert im Wettbewerb gegen die digital affinen und „leanen“ Marktteilnehmer.

 Foto NL und Website3

Unternehmen im Permanent Beta

Das wiederum verlangt von einem Unternehmen eine enorme Wendigkeit. Großkonzerne besitzen diese nicht, kleine flexible und dezentrale Einheiten wie z.B. Start-ups schon. Sind also Kooperationen die Lösung? Es ist wichtig, hier die Erwartungshaltungen an die Benefits einer Zusammenarbeit z.B. im eigenen Corporate Accelerator realistisch zu betrachten: Studien belegen, dass dadurch zwar positive Effekte in Netzwerkausbau, Prototypenentwicklung, Imageverbesserung und Kulturwandel erzielt werden, Start-up-Beteiligungen sind langfristig aber nur bedingt werthaltig und zeigen selten eine unmittelbare Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, brauchen wir aber noch weitere innovative Formen der Zusammenarbeit. Hat in den vergangenen Jahren die digitale Kommunikation vor allem die Automatisierung von Produktionsprozessen geprägt (Industrie 4.0 ist und bleibt ein Thema), so geht diese Entwicklung nun einen Schritt weiter. Zukünftig umfasst dies ganze Fertigungsnetzwerke, die Produktion örtlich (global) dort ermöglichen, wo die Kunden sind und zeitlich, wenn der Kunde einen Auftrag erteilt. Mit starren, nach außen geschlossene Unternehmensstrukturen werden wir hier nicht erfolgreich sein. Wir müssen Kollaborationen mit Kunden, Zulieferern und Partnern eingehen und gemeinsam Innovation vorantreiben. Das Unternehmen selbst wird damit zu einem „Permanent Beta“. Unternehmensgrenzen weichen auf und verschwimmen mit dem Umfeld.

Technologien im Permanent Beta

Ein essentieller Faktor in diesem Zusammenhang ist, dass uns Technologien bei all den Herausforderungen unterstützen und dabei so wenig wie möglich in den Vordergrund treten, uns vielleicht sogar behindern. „Shy-Tech“ - also Technik, die in den Hintergrund tritt, ist gefragt. Und wir benötigen „Simplexity“ – also Technik die möglichst simple Aufbereitung komplexer Systeme realisiert. Es ist wichtig, durch Miniaturisierung und Integration von Funktionalitäten in die unmittelbare Umgebung die Hürde zum Medienwechsel zu senken. Das birgt neues Geschäftspotential, aber auch Risiken hinsichtlich Datenschutz und missbräuchlicher Nutzung. Wir brauchen als auch - last but not least - „Flexicurity“ – flexible, aber dennoch sichere Lösungen.

Permanent Beta zeigt uns, dass es für den Erfolg jeder Unternehmung wichtig ist, den Zustand der ständigen Veränderung „Permanet Beta“ anzuerkennen, erfolgreiche und sinnvolle Verbindung zwischen menschlichen Biographien, Produkten, Technologien und Unternehmensstrukturen zu schaffen und auch diese weiterzuentwickeln.