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Schnittstelle Medizin - Technik

veröffentlicht am 13. Juli 2016
DI Dr.  Hannes Oberschmid von DI Dr. Oberschmid Hannes
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Entwicklung eines Innovationsdienstleistungskonzepts für die Schnittstelle Medizin - Technik

Technische Produktentwicklungen für den medizinischen Einsatz adressieren einen weltweit wachsenden Markt und bieten internationale Chancen gerade für kleine Nischenplayer in Österreich. Ein spezifisch entwickeltes Innovationsdienstleistungskonzept ermöglicht es, frühe technologisch-wissenschaftliche Kooperationstätigkeit zwischen medizinischen Einrichtungen und High-Tech Unternehmen zu stärken und bereits vor einem definierten Produktentwicklungsprozess zu systematisieren. Das Vorhaben machte Innovationspotenziale in der Testregion Steiermark sichtbar, erste Pilotprojekte sind im Laufen.


In der medizinnahen Technologie- und Produktentwicklung zeichnen sich immer wieder manifeste Wissenslücken ab: Unternehmen – v.a. KMUs – verfügen über ein Wissensdefizit im Bereich medizinischer Anforderungen an technische Produkte und kennen den Bedarf an in der medizinischen Forschung und der PatientInnenversorgung benötigten Technologien zu wenig. Gleichzeitig fehlt MedizinerInnen und ForscherInnen im medizinischen Umfeld der Überblick über neueste technologische Lösungen und damit verbundene potenzielle Märkte. Das Ziel war ein innovatives Dienstleistungskonzept für AkteurInnen im Entwicklungsprozess medizintechnischer Produkte und Lösungen zu entwickeln. Dieses Konzept sollte die beschriebenen Wissenslücken schließen und den Innovationsprozess durch innovative Beratungsangebote professionalisieren.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Professionalität des Innovationsprozesses (von der Erhebung der Kundenbedürfnisse im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit bis hin zur Markteinführung) sowie das Innovationssystem (Unternehmenskultur, Strategie und Organisation) gelegt. Zu Projektbeginn stand eine empirische Erhebungsphase: 33 Interviews mit ExpertInnen aus dem medizinischen Versorgungs- und Forschungsbereich (KlinikvorständInnen, ForscherInnen) evaluierten vergangene und aktuelle Kooperationstätigkeiten mit Technologieunternehmen. Die Ergebnisse führten zur Festlegung von 13 Schwerpunktthemen in der Testregion Steiermark. Gleichzeitig wurden Kompetenzprofile steirischer Technologieunternehmen untersucht und geclustert. Im Rahmen eines Technologie-Roundtables fand ein matching von Themen und Kompetenzen statt mit dem Ziel, Anknüpfungspunkte der medizinischen Bedarfe zur steirischen Wirtschaft zu konkretisieren. Des Weiteren wurde die Strategie, Unternehmenskultur sowie die interne Organisation dem neuen innovativen Beratungskonzept angepasst.

Die ExpertInneninterviews zeigten, dass zwar der Großteil der interviewten ExpertInnen mit technischen Forschungseinrichtungen kooperiert, die Anzahl der Kooperationen mit steirischen Unternehmen jedoch gering ist. Die Definition von Schwerpunktthemen und Kernkompetenzen gemeinsam mit AkteurInnen aus medizinischer Versorgung, Wissenschaft und Technik führte zu konkreten Anknüpfungspunkten für zukünftige Kooperationen bis hin zu ersten Produktentwicklungsideen.