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Der Trend "Naked Privacy"

veröffentlicht am 26. April 2018
 Stefan Holl von Holl Stefan
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Der tägliche Striptease!

Sind Sie sich eigentlich bewusst, wie viele Spuren bzw. persönliche Fingerabdrücke Sie im Netz hinterlassen? Tagtäglich werden Unmengen durch elektronische Datenverarbeitung, soziale Netzwerke, Onlinehandel usw. generiert und verarbeitet. Benötigte die digitale Welt 2011 noch zwei Tage um fünf Exabyte an Daten zu generieren, so wurde 2015 dieselbe Menge in 5 Sekunden produziert. In kurzer Zeit entsteht somit eine unglaubliche Menge an Daten – unserer Daten im Netz. Nur sind wir – die Nutzer von elektronischen Services – uns überhaupt bewusst, wie viel wir von uns persönlich preisgeben? Die Angst vor dem gläsernen Unternehmen, dem gläsernen Bürger bzw. dem gläsernen Patienten ist berechtigt.

Es ist spannend zu beobachten, dass unsere Kultur einerseits geprägt ist vom individuellen Rückzug und der Achtsamkeit der Privatsphäre, andererseits aber lassen wir den datenmäßigen Striptease zu. Mit jedem Tool das wir nützen, jeder Application die wir installieren, werden wir mehr und mehr durchsichtig. Man könnte nun sagen: „Es kann ja jeder für sich entscheiden, ob und wie viel er sich zeigt.“ Aber können wir das wirklich? Die Datenskandale der letzten Zeit – siehe Facebook – zeigen uns, dass wir bereit sind, jedwede Form von Allgemeinen Geschäftsbedingung zu akzeptieren, nur um dabei zu sein. Und eigentlich wenige Alternativen zu haben.

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Trust Technologies & Trusted Content

Was geschieht mit der Vielzahl an gesammelten Daten überhaupt? Wir hören aus den Medien, dass sie an Unternehmen weiterverkauft bzw. weitergegeben werden. Das Ganze ist somit in Bezug auf Datenschutz und Datennutzung hochsensibel. Trust Technologies und Trusted Content werden daher immer wichtiger! Die Fragen zur Datenhoheit und Wahrung der Privatsphäre rücken somit immer mehr in den Vordergrund. Auch unter dem Aspekt, dass das Potenzial ungenutzter Daten vermehrt für kriminelle Akte erkannt und genutzt wird. Insbesondere Unternehmen wollen ihre gesammelten Daten für sich, ihre Lieferanten- und ihre Kundenbeziehungen nutzbar machen –  haben jedoch Angst vor ungewünschten Einblicken - nicht zuletzt vor den anziehenden regulatorischen Rahmenbedingungen (DSGVG).

Sind elektronische Daten das neue Gold? Überwiegt die Angst? Und wo sind die Herausforderungen?

Unternehmen lernen durch die Datensammlung, ihre Kunden besser zu verstehen. Sie können Prozesse optimieren und die Effizienz erhöhen. Konsumenten erwarten sich von der Datengenerierung bessere, maßgeschneiderte und immer verfügbare Services. Für Unternehmer aber auch für Konsumenten ist es daher wichtig, dass nur jene Daten gesammelt bzw. verarbeitet werden, die eine Erleichterung in der schnelllebigen Zeit und bei immer komplexer werdenden Aufgaben bringen. Das steht jedoch im groben Widerspruch zur allgegenwärtigen Datenerfassung. Bei der Vielzahl an Daten verlieren wir zunehmend den Überblick. Nicht umsonst wurde mit der Datenschutzgrundverordnung der Strafrahmen für Verstöße empfindlich erhöht.

Dieses Spannungsfeld bringt eine Vielzahl an neuen Herausforderungen mit sich und zeigt, wie sensibel dieser datenmäßige Exhibitionismus ist. Derzeit ist die Menge an Daten im Fokus der Überlegungen. Es ist jedoch wichtig, die Individualität dahinter zu verstehen. Das verlangt nach einem neuen unternehmerischen Verständnis. Datensammlung und Datenverarbeitung ist kein Produkt von der Stange, sondern fordert in zahlreichen Industrien aufgrund der Heterogenität der Datenstrukturen, dezentraler Prozesse und ungünstiger Umgebungsbedingungen individuelle Lösungen. Der Fokus liegt auf einer klar verständlichen und einfachen Aufbereitung der Daten - ohne Informationsverlust. Diese Aufgabe ist schwierig und kann oftmals in traditionellen Partnerschaften nicht erfüllt werden. Sie fordert neue Formen der Zusammenarbeit von Unternehmen, die bisher nichts miteinander zu tun hatten. So erarbeiten z.B. Energie- oder Stahlindustrien, gemeinsam mit jungen New-Media-Agenturen, experimentelle Datenverarbeitungskonzepte.