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"Woher kommt das Kapital, wenn sich das Investitionsklima ändert?"

veröffentlicht am 13. Dezember 2016
MMag. Dr.  Jörg Schönbacher von MMag. Dr. Schönbacher Jörg
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Am 29. September 2016 fand in Wien die Jahrestagung der AVCO (Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation) zum Thema Investitionsklima in Österreich statt. Eine Teilnehmerschaft aus rd. 150 hochkarätigen RepräsentantInnen der Industrie, Politik, Investment Fonds und Beratungsunternehmen fand sich an diesem Tag ein, um über die Entwicklung von Private Equity und Venturing-Themen am Wirtschaftsstandort Österreich zu diskutieren und ihre Sichtweisen dazu darzulegen.

Im Jahr 2015 wurden lt. AVCO von österreichischen Wachstumskapital-Fonds, also Private Equity- und Venture Capital-Fonds, die in unterschiedlichste Unternehmensphasen investieren, insgesamt € 108,6 Mio. an privatem Wachstumskapital in 129 kleine und mittlere Unternehmen im In- (€ 72,5 Mio.) und Ausland (€ 36,1 Mio.) investiert. Das von österreichischen Fonds investierte Volumen beträgt auch 2015 wie im Vorjahr insgesamt 0,032% des BIP.

Damit hat sich Österreich im europäischen Ranking der Investmentaktivitäten jedoch im Vergleich zu 2014 um zwei Plätze, auf Position 20, verschlechtert. Die Branche „Financial Services“ führt bei Investments das Branchen-Ranking an, gefolgt von „Business and Industrial Products“. Bedauerlicherweise bildet Österreich im Bereich Wachstumskapital im europäischen Vergleich – aber auch innerhalb der DACH-Region – das Schlusslicht.

AUSTIN | BFP, vertreten durch Dr. Jörg Schönbacher und DI Helmar Lautscham, zeigten in dieser Themenvielfalt die Problematiken im Zusammenhang mit Corporate Venturing auf. Internationale Vergleiche und Zahlen belegen, dass die Interaktion Industrie und Start-ups weiter rasant zunimmt und Start-ups als industrielle Innovationstreiber immer mehr in den Fokus rücken. Gleichsam hat sich auch das Toolset im Sinne dieser Zusammenarbeit stetig verbreitert, sodass für industrielle Unternehmen – ausgehend von der jeweiligen Branche, dem Innovationsfokus und der regionalen Fokussierung – die Entscheidungsfrage nicht leicht zu beantworten ist, wie ein ideales Scouting- und Kooperationsformat mit Start-ups aussehen sollte.

Die nachfolgende Diskussion mit Vertretern seitens Uniqa, Erste Bank, Herbst Kinsky und Voest Alpine hat zusätzlich gezeigt, dass meist nicht die breite, sondern nur die gezielte, individuelle Kooperation mit Start-ups den für die Unternehmen relevanten Mehrwert bringt. Klassisches Corporate Venturing ist für viele Unternehmen und Branchen meist nicht zielführend. Gleichsam muss man sich der Größe Österreichs bewusst sein, dass eine gewünschte Dichte an Start-ups in Nischenbereichen nicht ausreichend gegeben ist, womit sich der Scouting-Horizont auf internationale Bereiche ausdehnt.

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