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Mehrfachfunktion von Geschäftsführern

veröffentlicht am 12. Juli 2018
Mag.  Claudia Sonnleitner von Mag. Sonnleitner Claudia
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In der Praxis ist es vor allem im Unternehmensverbund üblich, Geschäftsführer in einer Gesellschaft zu beschäftigen und diese auch an andere Gesellschaften als Geschäftsführer zu überlassen. Für die Geschäftsführer machte es bisher im Wesentlichen keinen Unterschied, ob sie nur für die Muttergesellschaft oder zumindest teilweise auch für eine Tochtergesellschaft tätig wurden – das Gesamtentgelt wurde in der Regel über die Muttergesellschaft ausbezahlt.

Das könnte sich nun ändern:

Der VwGH hat vor Kurzem entschieden, dass in solchen Überlassungskonstellationen sowohl zum überlassenden als auch zum beschäftigenden Unternehmen ein entgelt- und sozialversicherungspflichtiges Dienstverhältnis bestehen kann.

Die zentrale Frage mit der sich der VwGH auseinandersetzen musste, war:

Wer gilt als Arbeitgeber im Sinne des ASVG?

Beantwortet hat das Höchstgericht diese Frage folgendermaßen: Durch den formellen Bestellungsakt als Geschäftsführer erwirbt die (Tochter-)GmbH einen eigenen Anspruch auf die Arbeitsleistung des Geschäftsführers und wird somit zum Arbeitgeber, der auch zur Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge (bis zur Höchstbeitragsgrundlage) verpflichtet ist.

Die Konsequenzen aus der VwgH Judikatur sind beachtlich:

- Anmeldungen des Geschäftsführers bei jeder betroffenen GmbH, - Ermittlung von fiktiven, anteiligen Entgelten, - getrennte Beitragsabfuhr, - Erstellung von Rückerstattungsanträgen für die Dienstnehmerbeiträge zur Sozialversicherung und - im schlimmsten Fall Mehrbelastungen aufgrund nicht rückerstattungsfähiger Dienstgeberbeiträge   von maximal € 15.376,00 je GmbH.

Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihre Drittanstellungskonstellationen im Lichte dieses neuen VwGH-Erkenntnisses zu überprüfen und mögliche Optimierungen zu erarbeiten.

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